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Dem Osten zugewandt....
Informationen zu Veranstaltung                                                                                                                    

Referent und Thema:

Prof. Dr. Hans Hecker, Jahrgang 1942, begann nach zwei Jahren Wehrdienst 1963 das Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Slavistik und Politischen Wissenschaften an der Freien Universität Berlin, das er 1966 mit dem Schwerpunkt Osteuropäische Geschichte an der Universität zu Köln fortsetzte. Auf die Promotion 1971 folgte 1980 die Habilitation. 1982-2007 war er Professor für Osteuropäische Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 1983-1985 Prorektor. 1983 gehörte er zu den Mitbegründern des Forschungsinstituts für Mittelalter und Renaissance. Gastdozenturen nahm er an den Universitäten Leiden, Pees und Potsdam wahr. Seine Veröffentlichungen betreffen v.a. die Themenbereiche Geschichte der Geschichtsschreibung, russische und polnische Geschichte, Stalin/Stalinismus, historische deutsch-osteuropäische Beziehungen, Geschichte der Deutschen und der Juden im östlichen Europa, die historische Einheit Europas, das Problem der Grenze und das Problem von Krieg und Frieden im östlichen Europa. 1997 gründete er die Zweigstelle Düsseldorf der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde

Die Polen und ihre vielfältigen Nachbarschaften.

Innerhalb der Europäischen Union ist Polen wegen seiner Innen- und Rechtspolitik immer mehr in die Kritik geraten. Der gegenwärtigen Regierung wird eine Abkehr von den Grundwerten der EU vorgeworfen, während diese auf dem Vorrang nationaler Selbstbestimmung gegenüber einer verbindlichen gemeinsamen Ordnungs- und Rechtspolitik beharrt. Als Ziel europäischer Politik sieht sie hauptsächlich einen gemeinsamen Markt mit einer Finanzpolitik, die in erheblichem Maße Polen zugutekommt. Ihr stehen Oppositionsparteien gegenüber, die eine im Wesentlichen EU-freundliche Politik vertreten, und die Bevölkerung spricht sich in großer Mehrheit für eine positive Haltung zur EU aus. Wenn auch den maßgebenden Kräften ein grundlegender Patriotismus zu eigen ist, haben die ideellen und politischen Gegensätze zu einer tiefgreifenden Spaltung des Landes und der Gesellschaft geführt. Es fällt auf, dass besonders häufig die Frage nach der polnischen Identität kontrovers diskutiert wird. Dieser Frage geht der Vortrag mit einem Blick in die polnische Geschichte nach, und zwar unter dem leitenden Aspekt der Nachbarschaft In ihrer bewegten Geschichte haben es die Polen mit vielfachen dauer­haften und zeitweiligen Nachbarn unterschiedlichster Art zu tun gehabt. Mit den einen gab es gemeinsame äußere Grenzen, zu den anderen inneren Grenzen ethnischer, religiös-kultureller, sozialer oder rechtlicher Art, zu den dritten ein Freund-Feind-Verhältnis. Anhand ausgewählter Beispiele wird besprochen, wie diese Nachbarschaften aussahen und erlebt wurden, und wie sie sich auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung Polens auswirkten.

Falls Sie noch mehr über den Referenten wissen möchten, dann schauen Sie sich diesen Link an:


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